Daten zur Übersterblichkeit in der Metropolregion

Datenstand: 14.06.2021
Nächste Aktualisierung: 21.06.2021

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg führt mit Fokus auf eine Corona-bedingte Übersterblichkeit seit Herbst 2020 laufende Sonderauswertungen der Sterbefallzahlen durch, deren Ergebnisse auf dieser Seite präsentiert werden. Eine Aktualisierung erfolgt wöchentlich.

Brandenburg

Sterbefälle 2020/2021 (vorläufig) für Brandenburg

Angedeutet während der ersten Corona-Welle um die 15. Kalenderwoche (KW) und deutlich ab der 46. KW in der zweiten Welle lag die Anzahl der gemeldeten Sterbefälle über der der Vorjahre. Für die 20. KW 2021 wurden bisher 604 Sterbefälle registriert, im Mittel der Jahre 2016 bis 2019 waren es 549. Damit liegt der Wert für 2021 leicht über dem Niveau der Vorjahre. Das Robert Koch-Institut meldete für diese Woche 25 Sterbefälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Ein kontinuierlicher Rückgang der Übersterblichkeit ab dem Jahreswechsel ist gut zu erkennen.

Berlin

Sterbefälle 2020/2021 (vorläufig) für Berlin

Die Anzahl der gemeldeten Sterbefälle lag seit der 49. Kalenderwoche (KW) 2020 relativ markant über der der Vorjahre. Für die 20. KW 2021 sind auf Grundlage unseres Nowcastings 593 Sterbefälle zu erwarten, was unter dem Niveau des Mittels der Jahre 2016 bis 2019 (642) liegt. Das Robert Koch-Institut meldete für diese Woche 15 Sterbefälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Auch in Berlin ist ein Rückgang der Übersterblichkeit seit dem Jahreswechsel gut zu erkennen.

Methodische Anmerkungen

Übersterblichkeit liegt dann vor, wenn die Anzahl der Sterbefälle eine bestimmte Schwelle, die sogenannte Basismortalität, überschreitet. Zur Bestimmung der Basismortalität wird hier auf die endgültigen Sterbefallzahlen 2016 bis 2019 als Referenzzeitraum zurückgegriffen. Die Abbildungen verdeutlichen, dass es zwischen den einzelnen Jahren neben den saisonalen Mustern erhebliche Schwankungen der wöchentlich registrierten Sterbefallzahlen gibt. Die blauen Flächen stellen die Bandbreite der wöchentlichen Sterbefälle der Jahre 2016 bis 2019 dar; die Schwankungen zwischen den Jahren werden durch die Heranziehung des Mittelwerts der Vorjahre (blaue Linien) für die Basismortalität aufgefangen.

Während die historischen Sterbefallzahlen der Jahre 2016 bis 2019, die zur Berechnung der Basismortalität heranzogen wurden, bereits den vollständigen Qualitätssicherungsprozess der amtlichen Statistik durchlaufen haben und damit als endgültig betrachtet werden können, ist dies bei den Sterbefallzahlen der Jahre 2020 und 2021 noch nicht der Fall. Bei ihnen handelt es sich bislang um reine Fallauszählungen aus den Standesämtern, bei denen es aus unterschiedlichen Gründen noch zu Änderungen kommen kann. Die Stabilität dieser Zahlen stellt sich in aller Regel erst nach mehreren Wochen ein, weshalb die Zahlen zum aktuellen Rand hin unsicherer sind als solche, die Monate zurückliegen. Auch kann am aktuellen Rand eine oft markante Unterzeichnung der Sterbefälle vorliegen. Eine Analyse der Meldungen des Jahres 2020 in Berlin und Brandenburg hat ergeben, dass in Brandenburg nach 15 Tagen 95 % der Sterbefälle registriert waren, während diese Schwelle in Berlin erst nach 47 Tagen erreicht wurde. Das heißt, dass zu einem gegebenen Zeitpunkt für Brandenburg sehr zuverlässige Aussagen über das Sterbegeschehen vor rund zwei Wochen möglich sind, ein vergleichbares Niveau für Berlin jedoch erst einen Monat später vorliegt. Für die laufende Berichterstattung nahe dem aktuellen Rand kommt aus diesem Grund für Berlin ein Nowcasting-Verfahren zum Einsatz, das Werte auf Grundlage des bisherigen Meldeverhaltens der Standesämter prognostiziert.

Die Ergebnisse der Übersterblichkeitsanalyse lassen sich mit einer zweiten Quelle abgleichen: Seit Februar 2020 liefern die Gesundheitsämter der Bundesrepublik regelmäßig die Daten zu den Corona-Infektionen und -Sterbefällen an das Robert Koch-Institut (RKI). Die so gemeldeten Sterbefälle ermöglichen eine wertvolle und zeitnah vorliegende Abschätzung der Größenordnung des mit Corona-Infektionen einhergehenden Sterbegeschehens. In den Abbildungen sind diese Sterbefälle unten als rote Säulen abgetragen. Fallzahlen kleiner als 4 werden hier nicht ausgewiesen.

Weiterführende Analysen und Methodenbeschreibungen:

  • Holger Leerhoff: Corona-Übersterblichkeit in Berlin und Brandenburg: Ein Rückblick auf 2020   PDF
  • Kerstin Erfurth: Sterbefallzahlen schätzen für Berlin – ein Werkstattbericht   PDF

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E-Mail: info@statistik-bbb.de

Aufsätze und Analysen

Holger Leerhoff: Corona-Übersterblichkeit in Berlin und Brandenburg - Ein Rückblick auf 2020
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Kerstin Erfurth: Sterbefall­zahlen schätzen für Berlin – ein Werkstattbericht
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